Programme für Hörgeräte, welche sind sinnvoll?

Hörgeräte sollten verschiedene Programme besitzen. Welche Programme für Hörgeräte sind aber die Wichtigen?

Das kleine Ex-Hörer Gerät der Soniton Swiss Reihe
Die Programme für Hörgeräte sind über einen kleinen Knopf anwählbar. Bie diesem Hörgerät ist der Druckknopf fast am Ende des Hörgerätegehäuses zu finden. Nach dem Ein- und Ausschalten startet fast jedes Hörgerät im Normalprogramm.

Nachdem die Krankenkassen festgelegt haben, dass Hörgeräte mindestens 3 Programme besitzen sollen, war das Murren bei den Akustikern und Herstellern groß.

Nicht weil die Hersteller oder Akustiker gegen Programme für Hörgeräten sind, sondern weil es eine recht dumme Regelung ist. Mit dieser Regelung wurde zum Beispiel verhindert, dass kleine In dem Ohr Hörgeräte für jeden erschwinglich sind.
Hörgeräteeinstellungen für verschiedene Hörumgebungen sind grundsätzlich gut. Die Mittelklassegeräte haben sogar eine automatische Programmumschaltung bzw. Situationserkennung. Die einfachen Hörgeräte müssen manuell umgeschaltet werden. Wenn ein Kunde jedoch ein sehr kleines und günstiges Hörgerät haben möchte dürfen wir es nun nicht mehr verkaufen.
Die ganz günstigen Hörgeräte benötigen einen Taster der braucht Platz und somit ist es mit „klein“ vorbei. Ohne Taster würde eine Fernbedienung reichen, doch das ist Luxus und nicht ohne Zuzahlung zu haben. Durch eine an sich gute Regelung wurde also dem Kunden der Traum von einem richtig kleinen und günstigen Hörgerät durch Auflagen der Krankenkassen verwehrt. Aber das Thema ist ja eigendlich: Welche Hörgeräte Programme sind sinnvoll.

Programme für Hörgeräte

Grundsätzlich ist ein Hörgeräte-Programm ein Speicherplatz für eine individuelle Einstellung, die sich von der Grundeinstellung in irgendeiner Art unterscheidet. Die Hersteller bieten Vorschläge für abgewandelte Einstellungen an. Programme für KFZ, Musik, Lärm, Sprache im Lärm, Ruhe, Induktion, Mikrofon und Induktion, FM ….
Das Wichtigste wird jedoch oft vergessen: Der Hörgeräteakustiker kann die Programme individuell gestalten.

Das heißt: Bitte suchen Sie nicht nach eventuell nützlichen Hörprogrammen, sondern tragen Sie Ihr Hörgerät einfach in der Standardeinstellung. Wenn Ihnen in einer wiederkehrenden Situation die Standardeinstellung nicht gefällt, sprechen Sie mit Ihrem Akustiker über ein Zusatzprogramm für diese Situation. So erhalten Sie ein maßgeschneidertes Programm, von dem Sie wissen, für welche Situation es wirklich gedacht ist. Die Voreinstellungen der Hersteller werden so schnell unwichtig.

Ich selber arbeite am liebsten mit einem Hörprogramm. Denn nur wenn man nicht auf das Hörgerät zugreifen muss, wird es sich vollständig und unauffällig in das Leben einfügen. Wer gerne klassische Musik hört, sollte jedoch zu einem zusätzlichen Hörprogramm greifen (oder ein Hörgerät mit automatischer Programmauswahl), denn klassische Musik wird oft als Störgeräusch erkannt und das Hörgerät arbeitet gegen die Musik. Auch die Rückkopplungskontrolle kann dem Musikgenuss schnell ein Ende setzen.

Es sollte nicht das Ziel sein, möglichst alle Programmplätze irgendwie zu belegen, sondern die Sinnvollen Einstellungen, die man benötigt abrufbereit zu haben. Wie bei einem Fernseher, der so eingerichtet ist, dass man seine Lieblingssender schnell erreichen kann, die selten Benutzten etwas nach hinten verschiebt und die nie Genutzten löscht, wird aus dem ewigen hin- und hergezippe ein ruhiger Fernsehabend.

Welche Programme für Hörgeräte brauche ich den jetzt?

Bei den ganz einfachen Hörgeräten ohne automatische Richtcharakteristik:

2-3 Programme – Normal (Rundum Hören), Richtwirkung (für große Gesellschaft), eventuell ein Musikprogramm

Bei günstigen Hörgeräten mit automatischem Richtmikrofon:

1-2 Programme – Normal (für Rundum und Gesellschafft), eventuell ein Musikprogramm

Bei kleinen In dem Ohr Geräten

1 Programm – Die Ohrmuschel übernimmt die Richtwirkung

Ab der Mittelklasse kommen Situationserkennungen zum Zuge, die einen manuellen Eingriff unnötig machen und weitere Programme für Hörgeräte oft unnötig erscheinen lassen.

Besonderheiten sind die Telefonspule, FM und ein akustisches Telefonprogramm. Diese Programme können sinnvoll sein und der Bedarf abgeklärt werden. Wenn z.B. in der Kirche eine Induktionsanlage vorhanden ist und Sie dann auf die Induktionseinstellung im Hörgerät zugreifen können, ist das sehr gut. Ab der unteren Mittelklasse reagieren oft schon beide Hörgeräte auf den Tastendruck auf ein Hörgerät. So wird das Umschalten erleichtert. Wer es ganz dezent haben möchte, kann mit einer Fernbdienung die Hörgeräte ebenfalls umschalten.

Keine Angst vor dem Umschalten

Normalerweise wird beim Umschalten ein Signalton abgegeben. Ein Piep für das erste Programm, zwei für das Zweite, drei für das Dritte… usw.
Bei manchen Hörgeräten wird das erste Hörprogramm auch mit einer kleinen Melodie angegeben oder das Hörgerät nennt sogar den Namen des Hörprogrammes. Doch allen Hörgeräten ist gemeinsam: sobald Sie die Batterieklappe öffnen und wieder schließen, das Hörgerät also aus- und einschalten, startet es im Hauptprogramm und alle vorherigen Eingaben sind ohne Bedeutung.

Der Akustiker spioniert Sie aus

Bei den meisten Hörgeräten läuft ein „Fahrtenschreiber“ im Hintergrund der bei Ihrem Akustiker ausgelesen werden kann. So kann Ihr Akustiker Lautstärkenänderungen, Ihr bevorzugtes Programm oder auch häufige akustische Situationen einsehen und Ihnen hilfreiche Tipps geben bzw. die Einstellung der Hörgeräte optimieren.

Über Werner Eickmann

Seit 1993 arbeite ich in der Hörgeräteakustik. Als selbständiger Hörakustikmeister und Familienvater mit 4 Kindern nutze ich viel der wenigen freien Zeit für diese Homepage. Hunde, Katzen, Hühner und Meerschweinchen, sowie Axolotl, Fische und Wellensitiche sorgen für ein angenehmes akustisches Umfeld zu Hause, das ab und an durch Klavier und Gitarre bereichert wird. - Derzeit bin ich auf der Suche nach einer bezahlbaren HandPan - Für Fragen und Anregungen stehe ich Ihnen unter Tel.: 05221 53768 von Mo. - Fr. zwischen 9:00 - 18:00 Uhr zur Verfügung. Ein Hörgerät ist immer nur so gut wie die Fähigkeit des Akustikers. Wie gut der Akustiker jedoch seine Fähigkeiten ausspielen kann, legt die Technik des Hörgerätes fest. Digitale Visitenkarte

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